Heilende Kommunikation am Beispiel von NLP und Hypnose – Teil 4 von 5

Bewusstes und Unbewusstes

Das „Ich“

Das eigene Fühlen, Denken und die eigene Biographie prägen Werte und das Selbstbild und machen das „Ich“ zu einer Identifikation mit einer eigenen Person. Bisher haben wir noch keine befriedigende Antwort gefunden, was dieses „Ich“ eigentlich sein soll. Man ist heutzutage noch weit davon entfernt, eine Theorie des menschlichen Denkens oder des Bewusstseins mit den heutigen technischen Mitteln (EEG und MEG) ausreichend zu erklären. Damit beweist die Hirnforschung nicht, dass es so etwas wie ein „Ich“ nicht gibt. Es sagt lediglich aus, dass unser gefühltes „Ich“ einen unglaublich komplexen Vorgang im Gehirn darstellen muss.

Das moderne „Ich“ und die Hypnose

In Hypnose werden durch den besonderen Zustand der Trance vorherrschende „innere Spannungen“ eines Menschen besonders gut abgebaut (von S. Freud)
Man fühlt sich ja auch nach einer Trance entspannt und erholt. Die Hypnose wirkt auf psychischer Ebene wie ein Reinigungstool, welches die Ordnung wieder herstellen kann.
Beim Kleinkind, im Gegensatz zum Erwachsenen, organisieren sich die „Ich“ Zustände noch weitgehend autonom. Dies erleichtert es dem Kleinkind die Sprache relativ schnell zu erlernen. Auch Einstein sagte, dass der Mensch einen Großteil seiner Ressourcen nicht nutze. Damit meinte er jene ungenutzten Ressourcen, die tief in unserem Unterbewusstsein darauf warten, dass wir davon Gebrauch machen. In unserem „körperlichen Ich“ behalten einige Bereiche ihre Autonomie bis ins Erwachsenenalter. Zu diesen autonomen Bereichen zählen: Autonomes Nervensystem, das Zentralnervensystem, das Immunsystem und das Hormonsystem.

Mittels Hypnose wird somit ein Zugang zum Unterbewusstsein geschaffen. Somit ist es möglich mittels Hypnose das Immunsystem zu stärken, und das autonome Nervensystem sowie das Hormonsystem in ein natürliches Gleichgewicht zu bringen. Es entsteht eine bessere Verbindung zwischen Körper und Geist. In Kombination mit der Hypnose ist es möglich das sich selbst regulierende Heilungssystem des Menschen durch Impulse, die in Trance gegeben werden, anzuregen und damit die Normalfunktion wieder herzustellen. Körperfunktionen wie Atmung Herzschlag, etc. laufen völlig autonom und unbewusst ab. Trotz allem gibt es in diesem komplexen System irgendeine Verbindung zwischen Körper, Geist und Seele. Diese Verbindung muss auch etwas mit den autonomen unbewusst ablaufenden Prozessen im Körper zu tun haben.

Nocebo Effekt

Entdeckt durch die Gabe von wirkstofffreien Präparaten, sogenannte Placebos. Bei der Verwendung von Nocebos wurden krankmachende Auswirkungen beobachtet. Wörtlich bedeutet es, „ich werde schaden“. Wird der Patient z.B. zu gründlich aufgeklärt und hält man ihn mehr die Nebenwirkungen des Medikamentes vor die Nase als die lindernde und die eigentlich heilende Wirkung des Medikamentes, so wird das Medikament den gewünschten Erfolg verfehlen. Der Patient wird dabei in Richtung Nocebo konditioniert.

Solche Effekte können einerseits durch Medikamente ausgelöst, andererseits auch durch unbedachte Äußerungen, durch eine Negativsuggestion oder eine falsch platzierte Vermutung hervorgerufen werden. Ein Beispiel dazu: Während einer Visite sagte ein Arzt lächelnd halb dem krebskranken Patienten halb den restlich anwesenden Ärzten zugewandt: “Moribund“ (= Todgeweihter). Der Patient, welcher die Worte nicht verstand und somit nicht wusste ob er überleben würde, deutete die Aussage des Arztes als positiv und genas wider Erwarten.
Bei diesem Beispiel handelt es sich um eine umgekehrte Nocebowirkung. Es soll auch darauf aufmerksam machen, dass kein Arzt das Recht hat, einem Patienten zu sagen: “Sie werden sterben.“

Modelling

Durch das Gewinnen von Einblicke in die Welt des Patienten, wird auch die Welt des Arztes bereichert. Der Arzt sammelt dabei sehr viel an Erfahrung, welche für die weitere Behandlung seiner Patienten von unschätzbarem Wert sein kann. („Win Win Situation“) Schon von Kindheit auf an lernt der Mensch (unbewusst oder bewusst) durch Nachahmung die Welt schrittweise zu verstehen (z.B. Sprechen und Laufen). Diese ursprüngliche Form des Lernens ist also eine Form von Modelling. In der Medizin könnte dieses Modellernen vom Arzt an den Patienten erfolgreich weitergegeben werden. Der Arzt, Spezialist in seinem Gebiet, gibt dem Patienten eine genaue Anleitung, „wie“, „was“ und „in welcher Form“ etwas vom Patienten umgesetzt werden kann.

Grundvoraussetzung ist jedoch eine Verbindung auf Beziehungsebene mit dieser Person. Der Arzt soll dabei „in die Haut des anderen schlüpfen“. Diese Art von Einfühlvermögen muss entwickelt werden zwischen Arzt u Patient um eine erfolgreiche und schnelle Genesung zu erzielen. Darunter versteht man eine Mischung aus Verständnis, Vertrauen und Angenommen sein. Die richtige Konstellation dieser Begriffe erleichtert die Genesung des Patienten.

Hypnose

Suggestionen sind der zentrale Kommunikationsweg der Hypnose. Die Funktion der Suggestion: Der Arzt versucht auf irgendeine Weise eine bestimmte Vorstellung ins Unterbewusste des Patienten einzubringen. Jede Fremdsuggestion muss, um zu wirken, unbewusst vom Patienten aufgenommen werden. Durch diesen Vorgang wird jede Fremdsuggestion in eine Autosuggestion umgesetzt. Somit ist eigentlich jede Suggestion eine Autosuggestion. Wenn man nun beispielsweise die Schmerzausschaltung betrachtet, ist das eigentlich eine wahnsinnige Leistung, welche der Patient hier erbringt. Nicht der Arzt ist es, der den Schmerz bekämpft und ausschaltet, der Arzt ist nur die Anleitung dazu. Der Patient ist hier derjenige, welcher die Leistung erbringt.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.