Heilende Kommunikation am Beispiel von NLP und Hypnose – Teil 3 von 5

Das persönliche Gespräch

Das Gespräch zwischen zwei Personen kann geprägt sein von Fehlern. Um diese zu vermeiden, ist es sinnvoll, sich an gewisse Regeln zu halten, die die Kommunikation erleichtern. Der wichtigste Grundsatz lautet: „Ich bin okay, du bist okay.“ Jedes Ungleichgewicht würde Widerstand erzeugen.

Ist einer der Gesprächspartner auf einer gefühlsmässig anderen Ebene, erzeugt dies beim Gegenüber Widerstand.

  • In einem idealen Gespräch darf man ausreden und der andere hört zu.
  • Man hält Blickkontakt.
  • Der Inhalt ist für beide Gesprächspartner relevant.
  • Beide Gesprächspartner akzeptieren die Meinung des jeweils anderen.
  • Die Körpersprache sollte offen sein, die Mimik gesprächsorientiert.

Meta Modell

Das Ziel bei der Benutzung des Meta Modells ist, dass man die Welt des anderen versteht. Mit anderen Worten, man versucht die innere Landkarte des anderen ein bisschen besser zu verstehen. Erickson schreibt auch vor, jene Wortwahl unbedingt zu benutzen die der Patient einem gegenüber verwendet. Spricht der Patient z.B. von einem „Krebsgeschwür“, sollte der behandelte Arzt ebenfalls das Wort „Krebsgeschwür“ benutzen, und dieses nicht durch „Tumor“ ersetzen.

Das bedingt somit aktives und aufmerksames Zuhören und macht auch im gesamten eine gelungene Kommunikation aus. Anhand des Meta Modells Fragen an die Patienten zu stellen, bedeutet, dass sich der Fragende auf die Suche nach der Bedeutung dessen begibt, was der andere meint. Dabei braucht man nicht nach innen zu gehen um in der eigenen Tiefenstruktur nach der Bedeutung des Gesagten zu suchen. Man bittet lediglich dabei den anderen das zu benennen, was er meint. Durch den Einblick in das Leben des Patienten kann der Arzt viele positive Erlebnisse und Erfahrungen mitnehmen. In gewissem Masse eine „Win Win Situation“:
Dem Patienten wird ehrliches Interesse entgegengebracht. Dies fördert die Kommunikation zwischen Arzt und Patient und verbessert somit auch das Arzt/Patienten Verhältnis. Der Arzt lernt etwas dazu und erhält durch den Einblick in die Welt des Patienten neue Ansichten, die er in seine eigene Erfahrungswelt integrieren kann.
Menschen kommunizieren untereinander via Sprache. Das Gesprochene vermittelt eine Kurzversion dessen, was der Mensch erlebt hat und in seinem Unterbewusstsein verarbeitet und gespeichert hat. Alles was wir je bisher erlebt haben ist in unserem Unbewussten abgespeichert. In Hypnose macht man sich das innere Wissen von unbewussten Inhalten zunutze, indem im Zustand der Trance unbewusst ablaufende „Suchprozesse“ mittels vager Formulierungen und Suggestionen verstärkt werden. Dadurch werden längst „verlorene“ Information wieder bewusst, die aus eigenen Ressourcen stammen.

Filterleistungen

Durch Filter in unserem Gehirn wird das ursprünglich erlebte Ereignis „getilgt“, „verzerrt“ und „generalisiert“. Durch diese drei Begriffe (also die Tilgung, Verzerrung und Verallgemeinerung) schaffen wir eine viel kürzere und über Sprache einfachere auszutauschende Version dessen, was wir von einem äusseren Ereignis aufnehmen.

Unser Unterbewusstes speichert bei weitem mehr ab als unser Bewusstsein überhaupt verarbeiten könnte. Im gewissen Masse ein Eigenschutz vor Reizüberflutung des Gehirns.
Es macht auch einen grossen Unterschied ob der Mensch die Filterleistungen erkennt und somit selbst steuert oder ob er sie automatisch ablaufen lässt. Ersteres führt auf jeden Fall zu einem bewussten Leben bzw. zu einer Balance zwischen Bewusstem und Unbewusstem.

Der Mensch durchläuft doch 30’000 bis 60’000 Gedanken am Tag, da ist es schon gut sich auf sein Unterbewusstes verlassen zu können, denn die meisten dieser Gedanken laufen automatisch, bzw. vor- oder unbewusst ab. Viele der ablaufenden Gedanken dringen noch nicht einmal in unser Bewusstsein. Der letzte Satz gilt vor allem für Menschen, die ihr Leben „fern gesteuert“ oder von Mustern geprägt führen. Ein Beispiel dafür wäre der Alkoholiker, der sich vorgenommen hat „kontrolliert“ zu trinken. Gerät er in eine Stresssituation, dann ist keine Spur mehr von dem was er sich vorgenommen hat vorhanden. Er verspürt in diesem Moment er den unwiderstehlichen Drang (Craving) zur nächsten Tankstelle zu fahren, sich dort einen 6er-Pack Bier zu holen und so runter zu kommen. Der Ablauf dessen, was dann folgt – nämlich die Handlung – das „sich Vollaufen lassen“ resultiert aus Automatismen, die im Suchtgedächtnis des Alkoholikers so fest gespeichert sind, dass die Handlung, der „Gang zur Tankstelle“ und was dann folgt, NICHT ein bewusster Prozess ist, sondern ein automatisch ablaufendes gelerntes Verhalten welches im Suchtgedächtnis abgespeichert wurde.

Milton Modell

Das Meta Modell wird ja dafür genutzt, dass Informationen wieder durch „Verallgemeinerung“ „Tilgung“ und „Verzerrung“ hervorgebracht werden.
Im Kontrast dazu steht dann das Milton Modell. Das Milton Modell dient dazu, generalisierte, getilgte oder verzerrte Sätze zu konstruieren. Formulierungen sollten dabei so allgemein wie möglich gehalten werden.

Somit kann der Hypnotisand während des Trancevorganges in seine eigene Welt eintauchen. Mit zunehmender Hypnosetiefe sind es vermehrt Inhalte aus dem Unterbewusstsein. Der Hypnotisand ist nun viel offener und nimmt Suggestionen unkritischer entgegen. Der Therapeut fördert mit Hypnosetechniken die Phantasie und Kreativität des Patienten.

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