Klassische bzw. „direkte“ Induktionsmethoden, Teil 1 von 3

Die Unterteilung in direkte und indirekte Methoden der Hypnoseinduktion hat sich historisch entwickelt und soll hier nur der Vollständigkeit halber angeführt werden. Die Verwendung der klassischen, manchmal auch als autoritär bezeichneten Form, wie sie zu Zeiten Freuds angewandt wurde, ist heutzutage kaum mehr üblich. Mittels solch direktiver Standardformulierungen wie „Schauen Sie fest auf diesen Punkt. Ihre Augen werden müde. Entspannen Sie sich.“, könnte nur eine Minderheit von Klienten, welche über eine starke Suggestibilität sowie ein hohes Mass an Folgebereitschaft verfügen muss, in Trance geführt werden. Um ein weitaus grösseres Klientel anzusprechen, musste sich die Hypnotherapie mit dem Vermeiden von Widerständen auseinandersetzen. Auch Sie, werter Leser, würden wohl eher einer höflichen Bitte, als einem fordernden Befehl Folge leisten. Die dem heutigen Zeitgeist entsprechende neuere Form ist daher stark am Verhalten des Patienten orientiert und darauf bedacht, die Therapeuten-Klient-Beziehung als eine Einheit zu sehen, in der partnerschaftlich mit dem Patienten kooperiert wird.

Um die Hypnose einzuleiten, gibt es verschiedenste Methoden. Die Ausführung der unterschiedlichen Techniken ist abhängig von der Begabung des Therapeuten. Im Laufe der Zeit haben sich gewisse Standardinduktionen herauskristallisiert. Hierzu zählen folgende:

Verbale Induktion

Hierbei sollen positive Worte wie Ruhe oder Entspannung im Vordergrund stehen, der Patient soll sich durch positive Suggestionen wohl fühlen. Meist wird diese Technik nicht alleine verwendet, die nachfolgend beschriebene wird meistens mit der verbalen Induktion gebraucht

Augenfixationsmethode

Hierbei wird der Patient aufgefordert eine beliebigen Punkt anzupeilen und sich allein nur auf diesen zu konzentrieren und den Blick bewusst nicht abzuwenden. Durch die Betrachtung dieses ausgewählten Fokus werden die Augen schwerer und schwerer.

Fraktionierte Hypnose nach Vogt- Brodmann

Diese Methode ist stets bewährt, unterscheidet sich zu den anderen dadurch, dass hier Teilhypnosen verwendet werden. Gerade bei Personen, die nicht hochsuggestibel sind ist die fraktionierte Hypnose eine gute Verfahrensweise um Erfolge zu erzielen.

Farbkontrastinduktion

Für Patienten ist diese Methode sehr beeindruckend, eine ebenso gute Einleitung für eine Hypnosebehandlung. Levy- Suhl entwickelte diese Behandlungsweise.
„Sie hören meine Stimme zu Ihnen sprechen und sehen die Farbtafel deutlich vor sich. Sie sehen fest auf die beiden Farbrechtecke, rechts ist das blaue, links das gelbe…Während Sie starr auf die Farbtafel sehen, stellen Sie zunächst fest, dass die Grenzen mehr und mehr verschwimmen, immer unschärfer werden. Vor allem der schmale Streifen zwischen den beiden Farbrechtecken wird unschärfer, verschwommener. Die Grenzen werden immer undeutlicher…Sie sehen trotzdem unverwandt auf die Farbrechtecke, mehr und mehr stellen Sie fest, dass die Farben sich umkehren. Wo blau war, sehen sie gelb, wo gelb war, blau…Die Grenzen werden unschärfer und unschärfer, die Farben kehren sich mehr und mehr…Blau und gelb bilden in der Mitte einen neuen grünen Farbblock mit unscharfen Rändern…“ (Stephan 2003).

Klassische Pendelmethode

Folgt der Patient mit seinen Augen einem Pendel. Das Ziel ist, durch die fokussierte Konzentration eine Ermüdung der Augen zu erzeugen. Bei der Induktion durch Augenfixation konnte unterschiedliche Augenphänomene festgestellt werden. Durch strenge Beobachtung des Patienten kann man erkennen, dass sich auf dem Unterlid des Patienten Tränenflüssigkeit ansammelt. Die Patienten beschreiben es als Augenbrennen. Wenn sie ihren Blick auf etwas wenden und es konzentriert ansehen kann der Therapeut eine Pupillenverengung beobachten. Anders bei der Erweiterung der Pupillen, hier erlebt der Patient ein Objekt unscharf.

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