Unterschiede zwischen Hypnotherapie und medizinischer Hypnose

Was sind die Unterschiede zwischen einer Hypnotherapie und einer medizinischen Hypnose? Dieser Blogbeitrag stellt die beiden Verfahren gegenüber und gibt Aufschluss darüber, wann eine medizinische Hypnose sinnvoll ist als auch bei welchen Kontraindikationen sie nicht angewendet werden kann.

Hypnotherapie

Die Hypnotherapie beschäftigt sich mit der psychotherapeutischen Begleitung und Therapie psychologischer und psychiatrischer Krankheitsbilder. Dies geschieht durch ausgebildete Psychotherapeut/Innen und Psychiater, welche über das gesamte Spektrum der vielschichtigen psychologischen/psychotherapeutischen Methoden verfügen. Die Hypnotherapie wird als Teil der Psychotherapieausbildung gesehen und dort behandelt. Es ergeben sich durch die Indikationen und Kontraindikationen der medizinischen Hypnose einige grundlegende Unterschiede zu dieser (siehe unten). Die Krankheitsbilder, Behandlungsdauer und die Art der Intervention unterscheiden sich recht grundlegend. Während eine Hypnotherapie über viele Sitzungen und oft in Kombination mit anderen psychotherapeutischen Methoden gemeinsam eingesetzt wird, um diese zu unterstützen und zu verstärken, wird die medizinische Hypnose als Kurzintervention, beispielsweise bei der Raucherentwöhnung oder beim Tinnitus gesehen und als solche mehrheitlich im niedergelassenen ärztlichen Bereich unterschiedlicher Fachrichtungen angeboten. Die medizinische Hypnose eignet sich aber auch für Masseure, Physiotherapeuten und Pflegepersonal im Spital, da diese die vertiefte und stärkende Kommunikation in Begleitung zur jeweiligen Therapie oder im therapeutischen Gespräch nutzen können.

Medizinische Hypnose

Die medizinische Hypnose bedarf immer erst einer Schulmedizinischen Anamnese und Statuierung. Erst nach einer vollständigen Abklärung etwaiger anderer ursächlicher Krankheiten (beispielsweise Tachykardie, Brustschmerz, Kopfschmerzen) kann mit einer medizinischen Hypnose begonnen werden. Das Risiko, ein tiefer greifendes und andersweitig behandlungswürdiges Krankheitsbild zu kaschieren, ist viel zu groß und daher liegt die Indikationsstellung für medizinische Hypnose als Therapie in der Hand der Ärzt/Innen. Begleitende hypnotisch wirksame Suggestionen und Sprachmuster können bei exakter Indikationsstellung dann auch weiterführend von Masseuren, Physiotherapeuten und klinischem Pflegepersonal in ihrem jeweiligen Setting verwendet werden.

Hier (zum besseren Verständnis dieser Einführung) folgt ein Überblick über Indikationen und Kontraindikationen zur medizinischen Hypnose:

Indikationen für ärztliche Hypnose:

  • Raucherentwöhnung
  • Abnehmen/Lebensstilveränderung
  • Ängste nehmen, Phobien
  • Schmerz/Analgesie
  • Informationsgewinn über unbewusst abgelaufene Vorgänge
  • Compliance-Verbesserung
  • Motivation
  • Leistungssport, Konzentration und Fokussierung
  • Entspannung, Stressabbau
  • Verhaltenstherapie
  • Behandlung von Kindern in der Praxis/im Spital
  • Schlafstörungen
  • Stärkung der Selbstwahrnehmung
  • Stärkung des Selbstbewusstseins
  • Reaktive Depressionen
  • Arbeit am Handicap
  • Blutungskontrolle, Speichelkontrolle und Würgereiz (vor allem beim Zahnarzt)
  • Muskelrelaxation
  • Zeitgefühl bei längeren Operationen
  • Posthypnotische Suggestionen und Amnesie

Kontraindikationen für ärztliche Hypnose:

  • Schwerere psychische/psychiatrische Krankheitsbilder wie z.B. Schizophrenien
  • Einnahme von Psychopharmaka
  • Fachfremder Bereich/Fehlende Schulmedizinische Abklärung bzw. ungeklärte Ursache der Beschwerden → Symptome können falsch interpretiert werden
  • Persönliche Einschränkung von Seiten der Patient/Innen
  • Fehlende Ausbildung

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.