Geschichte der Hypnose

Die Hypnose kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Ihre Tradition reicht ungefähr 4000 Jahre zurück. Dieser Beitrag widmet sich der Hypnose Geschichte von ihren Anfängen bis in die Neuzeit.

Die Hypnose Geschichte nahm ihren Anfang bereits vor Jahrtausenden im Hinduismus, wo sie von Fakiren und Yogis um etwa 2000 v. Chr. praktiziert wurde. Im alten Ägypten fand die Hypnose ungefähr 1500 v. Chr. im Papyrus Eber Erwähnung. Sie kam in den Isis-Tempeln am Nil zur Anwendung. Ebenso war sie im alten China, Indien sowie in Griechenland bekannt.
Die Kranken, die von den antiken Hypnotiseuren behandelt wurden, hielten einen sogenannten magnetischen Schlaf, der neun Tage andauerte. Während der Trance soll die Göttin Isis den Patienten über dessen Krankheit und Heilung informiert haben.
Bis ins Mittelalter erschien die Hypnose als etwas Mystisches und Übermenschliches. Der berühmte Mediziner Paracelsus verwendete die von Mönchen praktizierte Hypnose, um damit Nervenkrankheiten zu behandeln.

Die Hypnose ab dem 18. Jahrhundert

Ab 1775 löste sich die Hypnose allmählich von ihren religiös-magischen Hintergründen. Zu den Schlüsselpersonen dabei zählten der katholische Pfarrer und Exorzist Johann Joseph Gassner (1727-1779) sowie der Arzt Franz Anton Mesmer (1734-1815). Gassner, der als Pfarrer in der Ostschweiz arbeitete, hatte häufig mit Schwindelgefühlen und Kopfschmerzen zu kämpfen. Der Priester vermutete, dass der Teufel dafür verantwortlich war und ging mit katholischem Exorzismus dagegen vor. Als er damit Erfolg hatte, behandelte er auch andere Menschen und machte sich einen Namen als Heiler.

Animalischer Magnetismus

Auf Anordnung des bayerischen Kurfürsten wurden 1775 die Praktiken des Exorzismus von einer Kommission untersucht. Zu deren Mitgliedern gehörte Franz Anton Mesmer. Er hatte durch eine neuartige Energieform, die er als animalischen Magnetismus bezeichnete, Bekanntheit erlangt. So sollte eine unvorteilhafte Verteilung des Magnetismus innerhalb des Organismus für diverse Krankheiten verantwortlich sein. Durch das Streichen mit den Händen über den Körper wollte Mesmer die Balance im Körper wiederherstellen. Ausserdem wies Mesmer der Kommission nach, dass es sich bei Gassners Vorgehen nicht um einen Kampf gegen den Satan handelte, sondern um ein wissenschaftliches Verfahren, wodurch Mesmers Praxis florierte. Die Schulmediziner akzeptierten ihn allerdings nicht. Dennoch breiteten sich Mesmers Methoden bis nach Frankreich aus, das die Führung bei der Hypnoseforschung übernahm.

Weitere Entwicklung

Zu Mesmers Schülern zählte der Marquis de Puysegur (1751-1825), der einen magnetischen Schlaf einführte. Ebenfalls in Frankreich wurde die posthypnotische Suggestion durch Philippe Francois Deleuze (1753-1835) entdeckt, der ein Schüler von Puysegur war.
Im 19. Jahrhundert verlagerte sich das Hypnoseverständnis allmählich von der äusseren Kraft, die vom Hypnotiseur ausgeübt wurde, auf die innere Kraft des Patienten. Der schottische Mediziner James Braid (1795-1860) etablierte den Begriff Hypnose, da er glaubte, dass sie eine Form von Schlaf darstellte. Dabei leitete er die Bezeichnung von dem griechischen Gott Hypnos ab. Der französische Arzt Ambroise Liebault (1823-1904) begann nach der Lektüre von Braids Buch, verschiedene gesundheitliche Störungen mit Hypnose zu behandeln und hatte Erfolg damit. Zusammen mit Professor Hyppolyte Bernheim (1837-1919) gründete er die Hypnose-Schule von Nancy.

Die Hypnose im 20. Jahrhundert

Bis zum Jahr 1950 konnte die Hypnose in englischsprachigen Ländern einen Anstieg bei den Behandlungen verzeichnen. Zum Vater der modernen Hypnotherapie avancierte der amerikanische Psychiater Milton H. Erickson (1901-1980). So hatte er massgeblichen Anteil daran, dass die Hypnose als Therapieform offiziell anerkannt wurde. Erickson griff auf permissive und indirekte Suggestionen zurück, die er für die kooperative Hypnotherapie nutzte. Noch in der Gegenwart dient Milton Erickson zur Inspiration zahlreicher Hypnotherapeuten.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.