Trancelogik und Trancesprache (Teil 6/7)

Doppelinduktion

Unter der Doppelinduktion versteht man die Zusammenarbeit von zwei HypnotiseurInnen, die einen oder auch mehrere Patienten gleichzeitig behandeln. Das hat den offensichtlichen Vorteil, dass sich die Hypnotisierenden gegenseitig entlasten und ergänzen können. Zudem können sie ihre gesammelte Erfahrung im Bereich der Verbalisierung der Suggestionen anwenden und die beiden verschiedenen, authentischen und professionellen Trancestimmen gezielt einsetzen. Im Laufe der Zeit entwickelt jeder Hypnotiseur seine ganz eigene Sprache, die sich unterschiedlich auf die Patienten auswirken kann. Mithilfe der Kombination aus beiden Sprachen und Stimmen wirken die zur Trance förderlichen Faktoren von beiden auf das Subjekt ein.

Die Stimmen können sich dabei nicht nur in der Induktionsphase abwechseln, sondern auch während der gesamten Hypnosephase. Mit simplen Wiederholungen oder Verstärkungen des anderen, können gegenseitig Pausen aufgefangen werden. Natürlich sind auch eigene Suggestionen passend zur Situation zu empfehlen. Ebenso zu empfehlen, ist die Kombination aus einer männlichen und einer weiblichen Stimme, denn damit wird die gesamte Bannbreite der trancefördernden Faktoren von Mann und Frau abgedeckt und bedient.

Mikro- und Makrobetrachtung

Ein Objekt im Zuge der Suggestion kann entweder als kleiner, oder als grösser suggeriert werden. Es kann aus niedriger oder grosser Nähe und Ferne betrachtet werden, sodass der Patient die Detailtiefe voll und ganz erleben und mit ihr alle tiefen Eindrücke sammeln kann.

Wiederholung

Wiederholungen sind in der Hypnosetherapie ein entscheidendes Element. Auch wenn wir Wiederholungen im täglichen Leben, also im klaren und wachen Zustand, als langweilig empfinden. Und genau das ist der Schlüssel. Wir neigen bei Wiederholungen dazu, abzuschweifen und dieser Effekt ist in der Hypnose erwünscht. Wenn etwas als langweilig empfunden wird, überlassen wir unserem Unbewusstsein die Wahrnehmung. Unser Unterbewusstsein langweilt sich auch nicht bei Wiederholungen. Vielmehr ist Langeweile eine Chance, sich das Gesagte besser zu merken, sich den Inhalt besser einzuprägen, eine größere Detailtiefe zu erleben und im Gesamten eine bessere Ausformung hinzubekommen. Ein Beispiel wäre:

… tiefer, immer tiefer sinkst du in diesen wunderbaren angenehm warmen Zustand der Entspannung, tiefer und tiefer und noch ein Stückchen tiefer …
Langweilig zu sein, ist die grösste Auszeichnung eines Hypnotiseurs. Es erfordert Mut und Selbstbewusstsein, da man sich selbst als Hypnotiseur oft langweilig findet.

Konkrete Formulierung und konkrete Übereinstimmung

Dabei geht es um die inhaltlichen Übereinstimmungen des Textes für die Suggestionen sowie um die Übereinstimmung dieser mit der Erlebens- und Lebensrealität des Patienten. Wenn ganz konkrete Formulierungen in der Hypnose benutzt werden, sollte beachtet werden, dass diese auch mit der Erlebensrealität des Subjekts übereintreffen. Ein Beispiel. Wenn Sie sagen „Du befindest dich also nun an einem sandigen Strand umgeben von lauwarmen Wind“, sollte sich der Patient keinen windstillen Schotterstrand vorgestellt haben.

In einem solchen Falle wären die ungeplanten Nichtübereinstimmungen störend, allerdings können die konkreten Übereinstimmungen auch geplant und gezielt eingesetzt werden. Ein Beispiel: „Du spürst in deiner Hand die Zigarette. Sobald deine rechte Hand zur Nichtraucherhand geoworden ist, werden aus deiner Hand alle Zigaretten fallen, für alle Zeit fällt jede Zigarette einfach aus deiner Hand“. Ganz egal ob mit oder ohne Hypnose, wird die Zigaretten bei fast allen Menschen aus der Hand fallen, wenn diese länger gehalten wird und sich dir Aufmerksamkeit auf eine andere Sache (Hypnose) richtet. Sobald das passiert, wird das Unterbewusstsein die Handlung mit der Formulierung, dass ab jetzt jede Zigarette aus der Hand fallen werden mit dem Aufgeben des Rauchens insgesamt verbunden.

Altersregression

Hierbei arbeitet der Hypnotiseur mit den Gefühlen aus vergangenen Lebensabschnitten. Wie beispielswiese wie ein kleines Mädchen oder ein kleiner Junge behandelt wird, kann unter Umständen schneller bereit sein, sich führen zu lassen und sich der Trance hinzugeben. Ein Beispiel:

… wenn für Sie in Ordnung, dann würde ich nun mit meiner Hand die Ihre berühren, ich halte ihre Hand, wie die eines kleinen Mädchens. Sie sind nun wieder ein kleines Mädchen, ein kleines Mädchen. Und du fühlst dich wie früher als kleines Mädchen …

Fraktionierung

Den Erlebnismoment des Patienten zu fraktionieren ist eine beeindruckende Form der Aufrechterhaltung von Momenten im Tranceprozess. Würde der Hypnotiseur ständig die gleiche Suggestion, wie „du fällst tiefer und tiefer“ geben, wäre das Potential für die Beeinflussung schneller ausgeschöpft und der Patient würde merken, dass es sich um einen Auftrag handelt, der bereits erfüllt und damit abgehakt ist. Fraktioniert der Hypnotiseur die Suggestion „du fällst tiefer und tiefer“, aber in eine Tiefenbewegung und eine Bewegung zurück, so bleibt der Erlebnismoment weiterhin interessant und die tiefe Entspannung bleibt aufrechterhalten. Ein Beispiel dafür wäre:

… nun gehst du die Stufen herab und mit jeder Stufe mehr, fühlst du dich noch wohler und entspannter. Jetzt steigst du wieder eine Stufe nach oben und dafür wieder zwei weitere tiefer. Wieder eine höher und noch eine höher und dann wieder ein paar Stufen nach unten in die absolute Entspannung …

Somit bahnt man den Weg in Richtung eines schon vorhandenen Bewusstseinsinhaltes und verhindert die Angst vor dem Kontrollverlust durch zu schnelle und grosse Schritte ins Ungewisse.

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