Trancelogik und Trancesprache (Teil 5/7)

Die Verknüpfungen

Wer schon einmal einen Hypnose-Kurs oder eine Hypnose-Ausbildung absolviert hat, hat mit grosser Sicherheit schon einmal von „Verknüpfungen“ gehört. Es ist wichtig, zwei oder auch mehrere Botschaften miteinander verknüpfen zu können. Dadurch können sie vom Patienten sehr gut angenommen werden. Man kann sie nach Wirkstärke in ein bestimmtes Schema einteilen. Dabei stehen x und y für die Aussagen, die miteinander verknüpft werden sollen. Das Schema sieht dabei wie folgt aus:

x und y

während x passiert y

je mehr x desto mehr y

x bewirkt y

Und hier nun die Erklärung:

Beginnen wir mit der einfachen Verknüpfung: x und y. Diese könnte beispielsweise gebraucht werden in einem Satz wie:
“Du entspannst dich nun und atmest gut durch”.

Der nächste Schritt der Skala würde bedeuten:
“Während du dich entspannst, atmest du gut durch”.

Der weitere Schritt:
“Je mehr du dich entspannst, desto besser atmest du durch”.

Der letzte Schritt auf der Skala wäre nun wie folgt:
“Weil du dich entspannst, atmest du gut durch/besser durch”.

Diese Skala ist in der Hypnose Ausbildung bzw. in den meisten Hypnose Kursen sehr bedeutsam. Sie verdeutlicht wie Verknüpfungen stattfinden können und vereinfacht die Trance unglaublich.

Der Therapeut hat eine Vielzahl an unterschiedlichen Variationen, auf die er zurückgreifen kann, um Verknüpfungen zu erstellen. Unterschiedliche Konstruktionen mit den Worten:

  • indem
  • weil
  • während
  • nicht nur, sondern auch
  • entweder… oder… usw.

Beim sogenannten “Pacing und Leading” wird beispielsweise mit einem Yes-Set sowie Utilisationen begonnen und fügt danach Verknüpfungen hinzu. Dadurch kann der Patient tiefer in die Trance geführt werden. In der Hypnose Ausbildung sagt man, dass vor allem der erste Teil der Verknüpfung breit formuliert werden sollte, denn dadurch kann das Bewusstsein von dem Patienten besser reagieren und der zweite Teil wird somit besser befolgt werden.

Wenn du nun mehrere Verknüpfungen miteinander verbindest, können sich auch Zirkel bilden. Die erste der Verknüpfungen kann somit x mit y verbinden, die zweite Verknüpfung y mit x und die letzte Verknüpfung wiederum x mit y. Damit du dies nun besser verstehst, wiederum ein Beispiel:

„Deine tiefe Entspannung sorgt für eine tiefe Atmung und durch diese tiefe Atmung, entspannt sich deine Muskulatur, was zu einem entspanntem Körper führt.”

Das Pacing und Leading der Gefühle

Die emotionale Wärme und die Einfühlsamkeit des Therapeuten sind wichtige Faktoren, die dem Patienten helfen sich schneller zu entspannen und tiefer in die Trance gehen zu können. Es benötigt Vertrauen, damit die Kontrolle aufgegeben werden kann. Der Therapeut muss sein “Pacing und Leading” daher auch auf einer emotionalen Ebene gestalten, damit der Patient ihm dieses Vertrauen schenken kann.

Es geht bei diesem Punkt also darum, die Distanz zwischen dem Patienten und dem Therapeuten zu überwinden. Dinge, die emotional im Raum stehen, müssen daher zuvor angesprochen werden. Wir kennen diese Situation im Alltag vor allem bei einem Zahnarztbesuch, bei dem sich die meisten Patienten ohnehin unwohl fühlen. Handelt es sich um einen einfühlsamen Arzt, der dem Patienten das Gefühl gibt, er würde ihn verstehen, fällt es dem Patienten auch viel leichter seine Angst zu überwinden und er wird sich entspannen. Ohne Vertrauen wird dies mit Sicherheit nicht gelingen!

Unbestimmte Verben

Einige Verben eignen sich besonders gut für die Trancesprache, denn diese beschreiben zwar eine bestimmte Tätigkeit, nicht aber den Inhalt. Mit anderen Worten: Diese Verben beschreiben was getan wird, sagen dabei jedoch nicht wie. Damit gibt der Therapeut seinem Patienten einen grossen Spielraum, was die Vorstellungskraft betrifft. Einige dieser Verben sind beispielsweise:

  • spüren
  • fühlen
  • erleben
  • wahrnehmen

Es wird nicht vorgegeben, was genau erlebt, gespürt oder wahrgenommen wird. Gute Beispiele für solche Formulierungen: “Gewisse Dinge müssen sich entwickeln” oder “umfassendes Aufarbeiten”.

Die Dissoziation

Wer Hypnose lernen will, muss sich einer Sache bewusst sein: Unser Bewusstsein ist auf eine Welt gerichtet, in welcher es zu jeder Sache “zwei unterschiedliche Pole” gibt. Man spricht von einer Welt der Extreme. Unser Verstand ist andauernd beschäftigt, herauszufinden, welchem Extrem eine bestimmte Sache angehört. Er möchte die Sache in Schattierungen einteilen, weshalb man den Patienten von dieser Ebene der Wahrnehmung lösen bzw. dissoziieren soll.

Wahrscheinlich denkst du dir bei diesem Satz jetzt, dass du dies nicht genau verstehst und fragst dich, was damit eigentlich gemeint ist? Die Sache ist nicht so kompliziert, wie sie scheint: Dissoziation bedeutet “Abstand von bestimmten Denkmustern bekommen”. Die Welt der Extreme soll somit verlassen werden. Dadurch fällt es dem Unterbewusstsein somit leichter seine Kontrolle abzugeben und bestimmte Suggestionen viel besser annehmen zu können.

Es ist also eine gewisse Übergabe der Kontrolle, ein Wechsel vom
“analytischem Denken” zum “dissoziativem Denken”, der durch bestimmte Formulierungen eingeleitet bzw. Begünstigt werden kann. Wieder einmal ein kleines Beispiel: “Obwohl es dir noch nicht bewusst ist, weisst du tief im Inneren schon lange, dass… “

Die Kongruenz

Kongruenz bedeutet die Anpassung sowie die Abstimmung der Sprache (also dem Tonfall, dem Stil, usw.) und dem Inhalt. Es ist zum Beispiel recht schwer, bestimmte Ruhesuggestionen zu vermitteln, wenn ein schnelles Sprechtempo genutzt wird. Die Sprache muss sich also der Situation und der Bestimmung anpassen.

Doch das Kongruenz-Konzept greift noch viel weiter. Je nach Intention verändern sich der Sprachstil, die Gestik, die Mimik, der Tonfall und die Kommunikations- und Sprachvariablen. Es fällt daher schwer zu lügen, vor allem dann, wenn man die Lüge zum eigenen Vorteil missbraucht und dabei bewusst ist, dass der Belogene einen Schaden davontragen könnte bzw. wird

Wenn ein Therapeut (beispielsweise durch Überlastung) es nicht schafft, dem Patienten wohlwollend gegenüberzutreten, kann und wird dies der Patient unterbewusst wahrnehmen und die Hypnose kann blockiert werden. Widerstände werden aufgebaut und die Therapie wird behindert. Daher ist es wichtig, die Inhalte der Kommunikation während der gesamten Hypnose stets authentisch und ehrlich zu halten. Nur dann können die Suggestionen vom Unterbewusstsein des Patienten auch wirklich ohne Probleme aufgenommen werden.

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