Hypnotischer Rapport

Der sogenannte “Rapport” ist nicht nur im Bereich der Hypnose zu finden, sondern kennzeichnet den Aspekt der Beziehung, der sich zwischen einem Therapeuten und dem Patienten ergibt. Gekennzeichnet ist er stets durch ein gegenseitiges Vertrauen und durch Wertschätzung auf beiden Seiten. Hypnose zu lernen ist nicht einfach und beinhaltet sehr viele Bereiche. Doch es ist besonders dieser Vertrauensbereich, der für die Arbeit mit einem Patienten enorm wichtig ist. So bleiben bei einem “guten” Rapport, der Therapeut und der Patient während einer Hypnosesitzung die ganze Zeit miteinander verbunden, also im Kontakt.

Was zuerst vielleicht logisch klingt, ist nicht immer so. Der Patient nimmt die Stimme des Therapeuten wahr und kann darauf reagieren. Der Therapeut wiederum versucht Körperreaktionen, Verhaltensweisen usw. des Patienten zu erkennen. Nur wenn dieser Rapport einwandfrei funktioniert, kann man sich auch auf eine gelungene Therapie freuen. Damit, dies gelingt, benötigt es nicht nur Geduld, sondern auch Einfühlungsvermögen, eine gute Beobachtungsgabe sowie Kenntnis über die subjektive Welt des individuellen Patienten, damit auch genau die Formulierungen und Suggestionen gegeben werden können, die der Patient benötigt.

Es gibt sogar Hypnotiseure, die selbst bis zu einem gewissen Grad in Trance gehen, damit sie die Klienten und seinem “Tiefenerleben” näher sein können. Die Kontrolle über die Therapie und den Prozess behalten sie selbstverständlich weiterhin, können aber besser im Kontakt mit ihren Patienten kommen, wenn sie sich ebenfalls in demselben Bewusstseinszustand befinden.

Die meisten Menschen fürchten sich davor, in Trance versetzt zu werden, da sie befürchten, dass sie ihrem Therapeuten nun willenlos ausgeliefert sind. Sie denken, dass sie in diesem Zustand, alles mit sich machen lassen müssen und fühlen werden, was der Therapeut will bzw. ihnen befiehlt. Wie uns jeder Kurs in Hypnose zeigt, ist die Kritikfähigkeit während einer Hypnose zwar wirklich eingeschränkt, trotzdem jedoch vorhanden. Sollte eine bestimmte Suggestion also dem individuellen Wertesystem bzw. dem eigenen Willen widersprechen, bricht für gewöhnlich die ganze Hypnose zusammen und der Patient wacht wieder auf. Die Suggestion wird der Patient nicht befolgen. Es ist also ein Märchen, dass Patienten sich während einer Hypnose nicht wehren können und dazu missbraucht werden können, Dinge zu tun, die sie absolut nicht tun wollen.

Suggestionen werden in der Regel nur dann angenommen, wenn diese auf Bereitschaft treffen. Die innere Bereitschaft zur Veränderung muss also gegeben sein, damit eine Suggestion wirken kann. Es stimmt also nicht, dass der eigene Wille während einer Hypnose vollkommen ausgeschaltet ist. Keiner ist gegen seinen Willen hypnotisierbar. Dies bedeutet also, dass jemand, der nicht in Hypnose versetzt werden will, auch nicht in Trance geraten wird. Hypnose kann daher als “imaginatives Therapieverfahren” gesehen werden, das gute Erfolge erzielen kann, jedoch immer von der Bereitschaft und der Vorstellungskraft des Patienten abhängig ist.

Beachten muss man jedoch, dass die Hypnose stets die Verletzlichkeit der Patienten erhöhen wird, weshalb man als Therapeut sehr einfühlsam auf seine Patienten zugehen muss. Die Probleme und Gefühle der Patienten müssen daher einfühlsam und mit Respekt behandelt werden. Auch die Sprache muss sensibel angewandt werden, denn jedes Wort, das vielleicht noch so unwichtig erscheinen mag, eine Reaktion auslösen kann und bestimmte Bilder im Patienten hervorbringen wird. In der Hypnose Ausbildung ist dieser Punkt ganz besonders wichtig! Wieder geht es also einmal, um die Macht der Worte!

Fassen wir zusammen

Unter Rapport versteht man die Beziehung zwischen dem Therapeuten und dem Patienten. Gekennzeichnet ist sie durch gegenseitiges Vertrauen und Wertschätzung. Handelt es sich um einen guten Rapport, bleiben der Patient und der Therapeut während der Sitzung stets miteinander im direkten Kontakt. Dieser Umstand erfordert sehr viel Einfühlungsvermögen, eine gute Beobachtungsgabe sowie Kenntnis über die subjektive Welt des jeweiligen Patienten. Es ist wichtig, die passenden Suggestionen und Formulierungen zu geben, damit die Therapie erfolgreich ist. Wichtig ist zudem, dass die Verletzlichkeit der Menschen unter Hypnose erhöht ist, weshalb Vorsicht geboten ist. Es ist wichtig mit den Problemen und den Gefühlen der Patienten stets einfühlsam und mit Respekt umzugehen!

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