Trancesprache und Trancelogik (Teil 1/7)

Das Trancebewusstsein verfügt über seine ganz eigene Logik. Daher machen durchaus auch zunächst widersprüchlich klingende Formulierungen wie eine „leichte Schwere“ oder eine „tönende Stille“ Sinn. Befindet sich der Patient erst einmal im Trancezustand, können Ambivalenzen, Polaritäten und Komplementaritäten zeitgleich erfahren werden und zwar ohne, dass diesen gegenseitig ausschliessende Formulierungen nicht stören. In diesem Zustand existiert das logische Denken nicht mehr. Der Sinn und die Logik nach dem Motto „Entweder oder“ greifen nicht mehr. Stattdessen gilt für Hypnotisierte eine „Sowohl-als-auch-Logik“. Der Gedankenfluss öffnet sich im Zustand der Trance. Liberales Denken, Grübeln und Hinterfragen haben dabei keinen Platz mehr.

Der Hypnotisierte öffnet sich für die symbolische Traumwelt und schaltet auf das Unbewusstsein um. Damit werden Ressourcen und Fähigkeiten freigesetzt, die im wachen Alltagsbewusstsein gar nicht zur Verfügung stehen können.

Formulierungen für den Anfänger

Die folgenden Formulierungen dienen als Vorlage für Interessierte und Ungeübte. Mit den Bausteinen lässt sich mit Sprachformeln experimentieren und verschiedenste Formulierungen einüben, ohne diese dann erst in der direkten Anwendung konstruieren zu müssen.

Zu Beginn sind sinngemäss fünf Textbausteine von Herrn Prof. Gasser vorgestellt. Ich erachte sie wegen ihrer hohen Simplizität für besonders exzellent.

… es kann sein, dass es leicht zu einer erfahrbaren leichten Schwere kommt, doch es ist schwer vorstellbar, dass über diesem Schweren auch etwas Leichtes schwebt…,um eben das Schwere leicht aufzufangen…

… und dass es die Zeiten gibt, in denen es nichts Unwichtiges und nichts Wichtiges zu tun gibt, in denen all das zu erarbeitenden wie ein Flirren erfahrbar sein kann…

…dass noch Wolken, Gedanken und Gefühle vorbeiziehen und zu einem Gefühl der Schwerelosigkeit einladen, in dem die angenehme Ruhe raumfüllen werden kann…

…so mag es auch sein, dass es ausreicht, einmal genau das wahrzunehmen, das sich für dich im Moment ganz wesentlich anfühlt…

…und zwischenzeitlich kann vielleicht auch dein Denken die innere Ruhe zulassen, die es wegen seiner harten Arbeit verdient, um die freundlichen Gedanken in der Mühelosigkeit fliessen zu lassen…

…eventuell merkst du, währen du immer weiter absinkst, in dir selbst, ein angenehm flauschiges Streicheln, wie die Berührungen einer liebenden Mutter, die ihr Kind berührt, und immer tiefer in die wohle und vollkommene Geborgenheit…

…und wenn die Vögel zwitschern und eventuell deinen Kopf füllen mit bunten Bildern, misch sich nach und nach die Gedanken mit dem vibrierenden Trillern und den leuchtenden Farben zu einer wohlig warmen Harmonie…

…die Sonne küsst dich sacht und liebevoll, zärtlich, warm und angenehm und nimmt dich mit hinvort. Dorthin, woher die Strahlen kommen in eine leichte Wärme, einen wolkigen Schwebezustand, eine lockere und sachte Höhe…

…ohne viel Gespür und Gefühl kann es möglich sein, die strahlende Leichtigkeit aus der Vogelperspektive zu betrachten. Sie tief zu ergründen und in der Wärme, im dunklen Urzeitwasser, in der weiten Tiefe und im himmlisch geborgenen Licht zu baden…

… es kann sein, dass, wie bei den alten Meistern, deren Blut vielleicht auch durch deine Adern fließt, auch du erkennen kannst, dass in der Stille die wahre Kraft liegt. Und sich Gelassenheit in der sanften Aktivität liegt…

…ich habe einmal erlebt, wie die Hummeln leise summen, wie sie leicht und sanft von einer bunten Blume zur duftenden Blüteschweben schwebten, vom Wind getragen, vom süssen Nektar angelockt, liebevoll den ganzen Geschmack kosten und davon ganz erschöpft und zufrieden müde werden, so wie auch du…

…auf dem eigenen Weg kann es jedem einmal passieren, an einem einladenden Fleck in federleichte Kissen zu versinken, je weicher der Untergrund, desto tiefer sinkst du ein und je tiefer du einsinkst, desto weicher wird er, je weicher desto tiefer wird die Entspannung und du kannst voll und ganz loslassen…

…manchmal ist es möglich, dass die Blumen auf den Feldern nichts tun müssen, nichts tun müssen ausser zu sein, dass die Arbeit so wie jetzt einmal ruhen kann, dass sich der Geist den nötigen Platz frei machen kann…

…wie das sanfte plätschernde Wasser im Fluss, darf man sich auch einfach einmal treiben lassen, auf und ab, nach links und rechts, in voller Entspannung dem Gefälle hingebend, immer tiefer hinab und immer weiter durch das saftig grüne Land, immer weiter fliesst der sanfte Fluss, bis er im stillen Meer endet und die endlose Weite mündet…

…sicher hast du irgendwann schon einmal die funkelnden Sterne am Himmelszelt gesehen, wie sie schwerelos, ruhig und still dort oben schweben, obwohl sie sich gross, massiv und weit ausdehnen, hinein in den grenzenlos großen Raum des angenehmen Schlafes…

…während die Muskeln vielleicht langsam beginnen, immer mehr loszulassen und zu entspannen und dadurch immer weicher und wärmer werden, kann es sein, dass sich im Inneren deiner beruhigenden Gefühle die endlose Gelassenheit ihren Raum verschaffen kann..

… ab und zu ist es vielleicht angenehm, in wechselnden Gedanken dem weichen Bauch beim Aus- und Einatmen hinunter und hinauf zu folgen, wippend hoch und tief, schaukelnd hinauf und hinab wie ein Baby im wippenden Bett…

.. vielleicht kannst du ganz leicht, vielleicht aber auch nicht leicht in die tiefe Entspannung gelangen kannst, in der dich dumpfes Vibrieren in einen noch tieferen Zustand befördert, in dem die summende Ruhe dich wie ein Nebelschleier umhült…

…kannst du es auch hören, wie der leichte und warme Sommerwind manchmal flüstert, wie der laue Bach hymnisch plätschert, rote Blätter im Wunde rauschen, eine warme Quelle betäubend gluckst, eine entspannte Katze vor sich hin schnurrt, das angenehm warme Feuer immer und immer vor sich hin knistert…

…das tiefe Ausatmen lässt immer wieder staunen wie tief das tiefe Brummen ruhig brummen kann um die Ruhe sein zu lassen, lockern sich die Muskeln um den friedlichen Atmen anlocken zu können, wobei das tiefe Ausatmen immer wieder atemlos staunen lässt…

…einfach entspannt daliegen können viele Menschen nicht sehr gut, die die viel schaffen, schaffen es auch Ruhe zu schaffen, im Herzen das stille gleichschnelle dumpfe Pochen ertönen lässt leicht und locker die Ruhe fliessen, in die Muskeln, in die Zehenspitzen, die Fingerspitzen und den ganzen Körper. Die Ruhe lässt ein entspanntes und angenehmes Liegen zu manchen Zeiten zu…

… es kann sein, dass wenn deine Augenlieder vielleicht bald schwer werden und damit all das Sichtbare schwindet, du dich in dein eigenes Sein sinken lassen kannst, in dem zu vielleicht Raum und Zeit finden kannst…

…denkst du es gibt irgendwo da draussen einen ruhigen Stand? Wo eventuell warmes Wasser deine beiden Füsse warm umgibt, deine Haut liebevoll streichelt und die Muskeln sanft massiert, wo du alles einfach loslassen kannst, dich in den Wellen treiben lassen darfst und behütet tief in ein wohliges Gefühl eintauchen kannst, wo du eins wirst mit dem weiten Meer der liebevollen und freundlichen Gefühle…

…weil du gerade nicht viel Zeit hast, wäre es gut zu wissen, wie es passieren kann, dass du vollkommen zeitlos, einen unendlich weiten Gedankenraum tief ergründen könntest nur in dem er dich mit gewichtigen Dingen schwer anzieht und die entlastenden Gedanken im Kopf tief versinken können…

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